der perfekte Tag

vor ungefähr 2 Wochen hatten wir den perfekten Segeltag. Wind aus NNO mit Stärke um die 4-5 und strahlend blauer Himmel, schöner Seegang. Ich hätte den Tag am liebsten in ein Glas packt Deckel drauf und mitgenommen. Er war einfach perfekt.

Hier ein paar Bilder:

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kurzer Stop an der Fraueninsel

 

 

 

 

 

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und „Wilson“ haben wir auch gesehen…

 

die neue Saison

imageder Winter kann ganz schön lang sein. Viel zu lang, wenn man in unseren Breiten Segeln will und auf ein Zeitfenster von April bis Ende Oktober angewiesen ist. Wie hab ich mir den Winter vertreiben? Mit Skifahren, Wintercamping und na klar der Planung von Modernisierungsmaßnahmen. Neue Polster und Vorhänge für die Kajüte, neue Rehlingsdrähte und dies Saison muss ein Netz für die Reling her (damit ist das Sicherheitsgefühl beruhigt, wenn meine Kinder mitfahren) und die vielleicht wichtigste Maßnahme: die Diva bekommt nen Einbautank. Den originalen Koffertank hat der Voreigner dankenswerter Weise entsorgt. 1 Liter Tankinhalt im Außenborder reicht ja auch. Allso stand fest was gemacht wird. Folgte das Katalog wälzen und überlegen, wie man was macht. Schlußendlich hab ich dann alles bestellt und dem Tag entgegengefiebert, an dem die Plane vom Schiff kommt und ich mit der Arbeit beginnen kann. Oder arbeiten lassen kann. Mein Papa hat mir wieder sehr viel geholfen, wenn mal wieder für ein Wochenende schlechtes Wetter gemeldet war ist er zur Diva und hat gewerkelt. Dieses Jahr haben wir auch die Elektroinstallation final abgeschlossen.
Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr nach dem Winter die Plane vom Boot nehmt und Euch erstmal ins Cockpit setzt und diese Ruhe und Zufriedenheit spürt.
So ging es mir zu mindest. Wie sich zeigte war die Saisonvorbereitung von vielen regnerischen Wochenenden bestimmt. So dass ich schon fast dachte nicht alles fertig zu kriegen. Das einzige was die Vorbereitung etwas eingetrübt hatte, war dieser Orkan Niclas. Ein benachbartes Boot konnte dem Druck des Windes nicht standhalten und nahm so Mastfühlung mit der Diva auf. Sehr unschön und zu allem Verdruss wurde die Mastspitze verbogen…aber es gibt ja Versicherungen.
Kurz nach Ostern war es dann soweit endlich Urlaub. Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser und die letzten Handgriffe wurden erledigt. Krantermin war dan Freitags um 7.30 Uhr und die gesammte Mannschaft (mein Papa, die Kids und ich) war angetreten. dieser Moment wenn der Kiel nach dem WInter wieder Wasser berührt…herrlich!! Dann noch Maststellen und nach ner kleinen „Hafenrunde“ zum Liegeplatz Klarschiff machen, auftuchen, und die vielen kleinigkeiten die dazugehören…und das alles bei bestem Kaiserwetter! in meinem Eifer hab ich allerdings irgendwie vergessen mich mit Sonnencreme einzuschmieren. So ähnelte meine nach dem ersten Tag nem Hummer nach dem kochen.
Da lag sie nun…in ihrem Element…bereit für die neue Saison…

 

die erste Ausfahrt

so der Motor lief nun zuverlässig (das wird nicht immer so sein) und wir raus auf den See. Wind um die 3-4 bft und 50 cm Welle. Großsegel hoch und Vorsegel raus. Das stellte sich aber doch als „schwierig“ dar, weil es sich nur mit Kraftanstrengung vom Vorstag rollen lassen wollte. Aber egal. Da sitz ich nun auf meinem eigenen Segelboot. wow was für ein Gefühl! Allein bei dem Gedanken daran bekomm ich Gänsehaut!
Wir fahren die ersten Manöver, um zu schauen wie die Sprinta reagiert. Alles super. Spricht sehr schnell auf’s Ruder an und hat keine Kräfte am Ruder. Legt sich schön auf die Seite und ist dann stabil. So „rasen“ wir den See entlang.
Und dann passiert es! Uns trifft ne Böe wir luven an und dann ein großer Knall!! Das Vorsegel hängt mitsamt Vorstag über der Reling. Nur noch vom Fockfall halbwegs gehalten. Notfallmanöver: Großschot los, Motor ins Wasser, anschmeißen und das Boot in den Wind bringen. Mein Papa -geistesgegenwärtig- schnappt sich zwischenzeitlich ne Leine und springt auf das Vorschiff, bindet damit den Mast an einer Bugklampe fest. Dann bergen wir das Vorsegel samt Rollanlage, wickeln alles zusammen und fixieren es auf der Steuerbortseite. Wow was für ein Schock! Das geht ja schon gut los.
so nun mit dem angeschlagenen Boot zurück zum Hafen. Mittlerweile war auch noch Sturmvorwarnung gegeben worden. So tanzte die Sprinta mit achterlichem Wind über den Chiemsee. wir kamen zum Glück noch gut in die Box rein und machten nach erleichtert die Leinen fest.
Wie sich bei der Begutachtung des Schadens rausstellte hatte die Werft beim Maststellen das obere Lager in der Rollanalage vergessen. Außerdem hatten wir fälschlicher Weise die Vorsegelschoten außerhalb der Reling geführt. (das wurde mir aber erst einige Wochen später bewußt) Durch beide Komponeneten hatten wir zuviel Kräfte auf den den oberen Terminal am Vorstag und der quittierte dann bei der Böe den Dienst.

wie alles anfing

als ich 2013 zum Chiemseehochwasser bei meinen Papa war und wir nach seinem Boot geguckt hatten, ob alles passt -der See hatte schon ziemlich viel Wasser- kam er so ganz nebenbei zu mir, immerhin standen wir auf dem Steg bis zu den Knien im Wasser, und meinte, dass Boot da drüber, das gelbe, das wird grade verkauft…
Also ich mal hin gewatet und mir das Ding angeguckt…naja es war nicht das perfekt gepflegte Boot und es schrie förmlich nach Zuwendung…also erstmal mit dem ersten Eindruck und dem Bauchgefühl nach Hause. Ne Nacht drüber schlafen.
Geschlafen hab ich nicht viel, sondern bin in Gedanken schon über den Chiemsee gesegelt. Nach einigen Telefonaten war ich mir dann mit der Eignerin einig und so erwarb ich im Sommer 2013 die Diva. Damals noch unter dem Namen Citrus…der erste Spitzname „Zitrone“ war dann auch schnell gefunden…
An dem folgenden Wochenende ich also zur Eignerin den Kaufvertrag unterschrieben und die ganze Einrichtung „Pütt und Pann“ ins Auto geladen und ab zum Boot. Dann ging das bunte Puzzeln los…was gehört wohin…wie werden Fallen und Schoten geführt…was brauch ich von dem ganzen Zeug, was ist unnötig. Dann war alles irgendwie verstaut, die Segel waren angeschlagen und wir wollten einen ersten Schlag machen. Also Außenborder ins Wasser und …. Nix passierte. Motor wollte nicht im Leerlauf bleiben nur unter Volllast ging das halbwegs…so wollte ich nicht raus…

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ein Segelboot und ich

diva1seit nun 1,5 Jahren ist die Diva nun Bestandteil in meinem Leben. Nachdem wir nun in den zweiten Winter gehen bzw. schon sind und die Zeit bis wieder arbeitsmögliche Außentemperaturen herrschen noch recht lang ist, möchte ich über meine Euphorie, die anfängliche Frustration und die überragenden Momente mit meiner Diva schreiben. Und es würde mich sehr freuen wenn sich einige Interessierte finden, die wie ich noch recht neu das Segeln für sich entdeckt haben.

Ich freue mich auf tolle Kommentare und einen regen Austausch.

Viele Grüße
der Skipper 😉